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Konzepte und Kriterien

Kauft sich die Bayer AG mit 7 Milliarden Euro frei?

13. August 2019 - Um mehr als 8 Milliarden US-Dollar (= 7,15 Milliarden Euro) geht es in den noch 18.000 Schadenersatzklagen im Zusammenhang mit Glyphosat gegen die deutsche Bayer AG vor US-Gerichten. Insider gehen von einem Vergleich der Kontrahenten aus - „glimpflich“ für Bayer. Die Bayer-Aktie ist jetzt im Höhenrausch.

Die Milliardenstrafen gegen Bayer im Glyphosat-Prozess in den USA: Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, deutet sich voraussichtlich ein Vergleich an, den der Pharmakonzern Bayer (www.bayer.de) gemäß der Prognosen „nur“ noch 8 Milliarden US-Dollar (7,15 Milliarden Euro) kosten wird. Erst im Juni im dritten wichtigen Prozess gegen Bayer im Zusammenhang mit dem Monsanto-Unkrautvernichter „Roundup" (Glyphosat) hatte der Pharmakonzern verloren – und soll 2,05 Milliarden US-Dollar Schadenersatz (1,82 Milliarden Euro) zahlen.

Gestern schoss die Bayer-Aktie – offensichtlich aufgrund des „fast preiswerten“ Vergleichs - in die Höhe und kostet zwischenzeitlich wieder so viel wie letztmalig im Frühjahr 2019. Weshalb die Aktie jedoch jetzt in die Höhe schoss, liegt laut Insider daran, dass womöglich ein Vergleich bevorsteht. Einem Bloomberg-Bericht zufolge hatte der Dax-Konzern bis zu 8 Milliarden Dollar offeriert, um die mehr als 18.000 Schadensersatzklagen im Zusammenhang mit Glyphosat beizulegen. Damit würde Bayer vergleichsweise günstig wegkommen.

Für Kenneth Feinberg, amerikanischer Staranwalt, der in der Glyphosat-Auseinandersetzung als Mediator fungiert weist alles zurück. In einem Zeitungsbericht soll er wie folgt dementiert haben: „Bayer hat nicht vorgeschlagen, 8 Milliarden Dollar zu zahlen, um alle US-Roundup-Krebs-Klagen beizulegen. Solch eine Behauptung ist reine Fiktion." Die Entschädigung sei nicht einmal diskutiert worden in den globalen Vermittlungsdiskussionen, die noch bis in den September andauern werden. "

Bayer selbst nahm vergangene Woche unter Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht im Rahmen des Mediationsverfahrens nicht Stellung zu den Gerüchten. „Wenn Bayer mit 8 Milliarden Dollar durchkommt, wird die Aktie bald bei 90 Euro sein und sich binnen Jahresfrist verdoppeln", schätzt Markus Mayer von der Baader Bank.

Die Bayer AG hat im Juni auch den dritten wichtigen Prozess im Zusammenhang mit dem Monsanto-Unkrautvernichter „Roundup" verloren – und soll 2,05 Milliarden US-Dollar Schadenersatz (1,82 Milliarden Euro) zahlen. Es ging darum, dass ein Ehepaar in den USA das Unternehmen verklagt hatte, weil es „das Mittel (… Roundup" / Glyphosat) für seine Krebserkrankungen verantwortlich macht. Die Summe soll sich aus Schadensersatz und Strafzusatzzahlungen zusammensetzen – den so genannten „Punitive Damages". Der Bayer-Konzern hatte das US-Unternehmen Monsanto im vergangenen Jahr für fast 60 Milliarden Euro übernommen. Die Prozessrisiken von Monsanto habe Bayer dabei völlig unterschätzt. Inzwischen wurden die Strafen zwar deutlich reduziert - aber noch keine Entwarnung. Selbst wenn jeder der 18.000 Kläger etwa 10 Millionen Euro erhalten sollte, würde sich das Strafausmaß auf rund 180 Milliarden Euro belaufen.

Ob und wie Versicherungen hier in irgendeiner Weise eingebunden sind, wurde noch nicht bekannt gegeben. (-el / www.bocquel-news.de)

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