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Konzepte und Kriterien

InsurTechs als Wegbereiter für die „Tech-Surance“

2. August 2021 - 70 Prozent der auf Endkunden-Lösungen spezialisierten InsurTechs haben ihr Neugeschäft trotz Pandemie in den letzten 18 Monaten stark ausgebaut. 210 InsurTechs mit Fokus auf Geschäftskunden haben eine noch positivere Erfahrung gemacht. Das besagt der 6. InsurTech-Radar von der Maklergruppe Policen Direkt und Oliver Wyman.

InsurTechs haben sich bisher – trotz Corona-Pandemie – sehr gut gehalten. Im 6. InsurTech-Radar von Oliver Wyman (www.oliverwyman.de) in Zusammenarbeit mit der Maklergruppe Policen Direkt (www.policendirekt.de) jetzt herausgab. Demnach haben beispielsweise über 80 Prozent der InsurTechs während der Pandemie mehr Neukunden gewonnen – über ein Drittel von ihnen sogar mehr als 50 Prozent. Das aktuelle „InsurTech-Radar“ von Oliver Wyman und Policen Direkt hat die Entwicklung der InsurTechs in Deutschland, Österreich und der Schweiz (= DACH-Region) systematisch untersucht. Auf dem Weg zur „Tech-Surance“ sehen die Autoren indes in der DACH-Region noch Lücken im Angebot.

Die InsurTech-Szene in der DACH-Region sei allerdings im Wandel, heißt es bei den Analysten. Weiterhin lassen sich vielversprechende Neugründungen verzeichnen, aber die große Gründungswelle ebbt insgesamt langsam ab. Die Folge: die Gesamtanzahl an InsurTechs bleibt aufgrund von Marktaustritten stabil bei rund 210. „Stark gewachsen hingegen ist die Relevanz der technologieaffinen Start-ups im Versicherungsbereich“, heißt es im Radar-Bericht.

Demnach konnten sich InsurTechs auch in komplexeren Geschäftsmodellen in den Bereichen Angebot und Betrieb behaupten und Wachstumsthemen wie Embedded Insurance erfolgreich besetzen. Vor allem die Neocarrier, die klassische Versicherungsprodukte digital neu interpretieren, sind unverändert im Aufwind.

Zur Grafik: Pandemiegewinner InsurTechs: Über ein Drittel der Start-ups mit Gewerbefokus sogar mehr als 50 Prozent.

Die Digitalisierung des Versicherungsbetriebs ist ein Dauerthema der Assekuranz. Auch hier liefern InsurTechs innovative Lösungen. Vor allem digitale Vertriebstechnologien konnten durch die Covid-19-Pandemie eine Sonderkonjunktur verzeichnen. So verwundert es nicht, dass der InsurTech-Radar mittlerweile mehr als 30 schnell wachsende Scale-ups zählt.

„Wir sehen unverändert gute Chancen für Neugründungen in aktuell noch unterbesetzten Feldern“, sagt Dr. Dietmar Kottmann, Partner bei Oliver Wyman und Leiter für das Geschäft für Versicherungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Pandemie hat den Start-ups nicht geschadet, sondern deren Entwicklung in Summe positiv beschleunigt. Dies zeigt der aktuelle InsurTech-Radar der internationalen Strategieberatung Oliver Wyman, Nikolai Dördrechter und Policen Direkt. Für den Radar wurden bereits zum vierten Mal deutsche InsurTechs einer detaillierten Analyse unterzogen. Erstmalig flossen auch Start-ups aus Österreivh und der Schweiz in die Untersuchung mit ein.

Das Funding-Umfeld befindet sich auf einem Allzeithoch. Weltweit flossen 2019 und 2020 jeweils über 7 Milliarden US-Dollar (knapp 6 Milliarden Euo) in die Erst- und Anschlussfinanzierungen von InsurTechs. „Entgegen ursprünglicher Befürchtungen gab es bei den InsurTechs in DACH keinen Covid-19 bedingten Strömungsabriss bei der Finanzierung. Nach einer kurzen Verschnaufpause Mitte 2020 sind die Investoren aktiver als zuvor“, konstatiert Dr. Nikolai Dördrechter, InsurTech-Experte und Co-Autor des InsurTech-Radars.

Das sehr gute Finanzierungsklima kam auch den DACH-InsurTechs zugute. So erzielte das Einhorn WeFox (www.wefox.com/de-de) 2021 eine Megafinanzierung von 650 Millionen Euro, eine Größenordnung, die beim ersten InsurTech-Radar im Jahr 2016 noch gänzlich unmöglich schien. Die Internationalisierung spielt bei der Ausrichtung eine zunehmend wichtige Rolle, vor allem Scale-Ups mit Einhorn-Ambitionen expandieren in andere Märkte.

Covid-bedingt sind Kunden digitaler unterwegs und werden es bleiben
Das zeitweise Herunterfahren des öffentlichen Lebens während der Covid-Pandemie hat Kunden nicht nur zu Versandhändlern getrieben, auch die Nachfrage nach Versicherungen hat sich – wahrscheinlich dauerhaft – auf digitale Information und Abschlüsse verschoben.

Über 80 Prozent der endkundenorientierten B2C-InsurTechs gewannen mehr Neukunden als vor der Pandemie; über 20 Prozent steigerten die Zahl ihrer Neukunden sogar um mehr als 50 Prozent. Bei InsurTechs, deren Primärkunden die etablierte Versicherungswirtschaft ist, sogenannte B2B2C-Modelle, war die Entwicklung noch ausgeprägter: über 80 Prozent von ihnen gewannen mehr Vertragspartner als vor der Pandemie, über ein Drittel notierten sogar einen Zuwachs von ebenfalls mehr als 50 Prozent.

„Dies ist eine deutliche Indikation, dass Versicherer eine erhöhte Nachfrage nach digitalen Lösungen verzeichnen und verstärkt Lösungsangebote von InsurTechs suchen und nutzen“, stellt Dietmar Kottmann fest. (-el / www.bocquel-news.de)

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