28. September 2017 - Für viele Verbraucher sind Vergleichsportale kaum noch wegzudenken. Allerdings hat die Huk-Coburg nun entschieden, dass sie sich ab Oktober von jeglichen Vergleichsportalen zurückziehen. Es ist dem Versicherer einfach zu teuer. Er will weiterhin zu seiner kostengünstigen Preispolitik stehen.
Die Huk-Coburg (www.huk.de), Deutschlands größter Autoversicherer nach Stückzahlen, ist ab Oktober auf keinem Vergleichsportal online mehr zu finden. Das gilt auch für den Internet-Versicherer der Gruppe, die Huk24 (www.huk24.de). Der Hauptgrund für den Ausstieg ist laut Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstands-sprecher der Huk-Coburg, das Kostenargument: „Unsere Autoversicherungen zählen preislich zu den günstigsten im Markt. Um diese Preisposition nicht zu gefährden, haben wir uns dazu entschieden, auf die relativ teuren Vergleichsportale zu verzichten und uns dort nicht mehr listen zu lassen."
„Wer einen Huk-Coburg-Preis errechnen oder elektronisch ein Angebot der HUK-Coburg einholen will, muss dies auf den Internetseiten www.huk.de, www.huk24.de oder bei der Huk-Coburg vor Ort direkt machen", erklärt Dr. Jörg Rheinländer, im Vorstand der Huk-Coburg zuständig für Autoversicherungen. „Und wer bei der Autoversicherung sparen und darüber hinaus ein gutes Produkt kaufen möchte, sollte uns auf jeden Fall vergleichen", fügt er hinzu. Dasselbe gelte für Vergleiche von Schutzbriefen. Statt bei Portalen eine hohe Vermittlungsgebühr zu bezahlen, hält Rheinländer es für sinnvoller, die Einsparung über günstigere Angebote direkt an Kunden weiterzugeben.
Abgespeckte Produkte?
Beim Vergleichen rät Rheinländer besonders dazu, auf die Leistungen der Produkte zu achten, die in den Vergleichsergebnissen ganz vorne stehen. Dr. Jörg Rheinländer: „Oftmals handelt es sich bei Angeboten, die preislich an der Spitze stehen, um abgespeckte Produkte, bei denen wichtige Leistungen fehlen. Spätestens beim Schadenfall kann sich das dann rächen, wenn der Versicherungsnehmer sieht, dass sein Versicherungsschutz Lücken hat."
Der Kunde müsse aktiv einen Tariffilter bedienen, um den zum Beispiel von der Stiftung Warentest empfohlenen Versicherungsschutz angeboten zu bekommen. Es gebe darüber hinaus Versicherungsunternehmen, die zusätzlich eine Vielzahl von Tarifen anböten, die auf anderen Vertriebswegen dieser Unternehmen nicht zu finden seien.
Zudem gebe es Tagespreise auf den Portalen und Tagesteilnehmer, das heißt für ein und dasselbe Beispiel bekommt man an einem Tag gewisse Tarife angezeigt, die am nächsten Tag einfach verschwunden sind.
Ausstiegs-Entscheidung
Allerdings spielten bei der Ausstiegs-Entscheidung der Huk-Coburg neben dem Kostenargument auch andere Gründe eine Rolle, standen doch die Vergleichsportale insbesondere in diesem Jahr vermehrt in der Kritik. Neben einem Urteil des OLG München vom April 2017, das Online-Anbieter zu weitreichenden Korrekturen ihrer Geschäftspraktiken zwingt, wurden Vergleichsportale gleich in mehreren Studien kritisiert. Im Mai bemängelte eine Studie des Verbraucherzentralen Bundesverbands Transparenz, Objektivität, Aktualität und Unabhängigkeit der Portale. Darüber hinaus fand eine Untersuchung der Beratungsfirma Morgen & Morgen heraus, dass Portale nicht immer den wirklichen Bedarf von Konsumenten abdeckten.
„Vergleichsportale", so Rheinländer weiter, „gaukeln Vollständigkeit vor und erwecken so den Eindruck, das günstigste Angebot im gesamten Versicherungsmarkt zu finden. Aber weder überblicken sie alle Angebote im Markt, noch finden sich auf jeder Plattform dieselben Versicherer, noch bringt das Ergebnis der Suche immer das günstigste Resultat." Als Folge müsse man mehrere Internetseiten vergleichen, was sehr aufwendig und unübersichtlich sei.
Was der Kunde braucht – und was er letztendlich bekommt
Rheinländers Fazit: „Für Kunden wird es nicht einfacher und übersichtlicher, wenn er sich allein auf Portale verlässt. Die Gefahr besteht, dass gar nicht klar wird, was der einzelne einerseits individuell braucht und andererseits tatsächlich bekommt." (-ver / www.bocquel-news.de)
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