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Hannover Rück rechnet mit deutlicher Preissteigerung

14. September 2020 - Die Hannover Rück rechnet mit spartenübergreifenden, deutlichen Preissteigerungen in der Schaden-Rückversicherung in der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2021. Gründe dafür sind die Belastung für Erst- und Rückversicherer, die aus der Covid-19-Pandemie resultiert, sowie niedrige Zinsen und Großschäden.

Das seit langem und weiterhin anhaltende Niedrigzinsumfeld sowie Großschäden und die Covid-19-Pandemie belasten Erst- und Rückversicherer. „Unser Mitgefühl gilt allen, die Angehörige und Freunde durch das Virus verloren haben oder anderweitig dadurch betroffen sind", sagte Jean-Jacques Henchoz, der Vorstandsvorsitzende der Hannover Rück (www.hannover-rueck.de) am Montagmorgen während eines Pressegesprächs. „Wir stehen an der Seite unserer Kunden und legen Wert auf kontinuierliche, partnerschaftliche Geschäftsbeziehungen. Unser Geschäftsmodell und unsere Kapitalausstattung sind auf die Bewältigung von Extremszenarien ausgelegt.“

Jean-Jacques Henchoz ist der Ansicht, dass die niedrigen Zinsen „uns noch lange Zeit begleiten“. Dies erfordere eine hohe Disziplin bei der Preisfindung, da die Profitabilität der Versicherungstechnik Rückgänge aus den Kapitalanlageerträgen noch stärker ausgleichen muss. Henchoz: „Deshalb sind Preiserhöhungen auf der Erst- und Rückversicherungsseite im Januar und darüber hinaus unumgänglich."

Neben einer generell höheren Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Rückversicherungsschutz fragen Erstversicherer auch vermehrt maßgeschneiderte Lösungen zur Solvenz-Entlastung nach. Hier kommen vor allem Rückversicherer mit besonders großer Risikotragfähigkeit und überdurchschnittlichem Rating zum Zuge.

Bei den zurückliegenden Erneuerungsrunden des Jahres 2020 hat die Hannover Rück teils Konditionsverbesserungen und Preissteigerungen erreicht. Insbesondere bei schadenbetroffenen Verträgen waren Preissteigerungen im überwiegend zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen. Allerdings sind auch diese aufgrund der niedrigen Zinsen nicht immer technisch ausreichend, sodass weitere Preiserhöhungen notwendig sind.

Die Covid-19-Pandemie wirkt sich regional in unterschiedlichem Ausmaß auf die weltweiten Rückversicherungsmärkte aus. Wie Hannover Rück mitteilt, sind bis dato die größten Schäden aus Deckungen von Betriebsunterbrechungen, Warenkrediten und Veranstaltungsausfällen zu erwarten, wobei die Bandbreite der möglichen Szenarien weiterhin zu groß für konkrete Prognosen ist. Zudem gelten viele staatliche Hilfsprogramme nur für einen begrenzten Zeitraum. Vor diesem Hintergrund habe das Risikobewusstsein der Erstversicherer und damit der Wert von qualitativ hochwertigem Risikoschutz in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen.

„Covid-19 ist aus unserer Sicht ein ähnlich marktveränderndes Ereignis wie die Terroranschläge des 11. September 2001 oder die Hurrikane Katrina, Rita und Wilma im Jahr 2005", sagte Sven Althoff, im Vorstand der Hannover Rück zuständig für die Schaden-Rückversicherung. "Das wahre Ausmaß der durch die Pandemie entstandenen Schäden wird erst langfristig erkennbar sein. Wir sehen die Covid-19-Pandemie als Katalysator für fundamentale Preis- und Konditionsanpassungen bei Erst- und Rückversicherern. Die Ausprägungen werden allerdings je nach Region und Sparte unterschiedlich sein."

Im Einzelnen erwartet die Hannover Rück für die Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2021 folgende Entwicklungen:

Das Geschäft in Deutschland war im Verlauf des Jahres deutlich von Covid-19 mitbestimmt. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und ihre Auswirkungen auf den Betrieb vieler Unternehmen sind vor allem im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu spüren. Hier sind bei der Hannover Rück deutliche Schadenbelastungen in der Betriebsschließungs-Versicherung festzustellen. Dies gilt, wenn auch bisher weniger stark ausgeprägt, ebenfalls für den Bereich der Veranstaltungsausfall-Versicherung.

Für das Jahr 2021 rechnet die Hannover Rück im Vergleich zu den vergangenen Jahren mit einem deutlich geringeren Wachstum im Erstversicherungsmarkt. Der pandemiebedingte Konjunktureinbruch wirkt sich dabei insbesondere im KMU-Segment aus. Die Einflüsse auf das Privatkundengeschäft sollten dagegen eher begrenzt sein.

Demnach verschärft sich Unternehmensangaben zufolge der Sanierungsbedarf in der Sachsparte in Gewerbe und Industrie durch die Schadenbelastung weiter. Eine Verbesserung der Rückversicherungskonditionen wird insbesondere bei schadenbelasteten Programmen erwartet.

„Die Folgen einer Pandemie, die ein systemisches Risiko darstellt, können insgesamt nur sehr eingeschränkt von der Versicherungswirtschaft getragen werden“, sagt Jean-Jacques Henchoz. Entsprechend erfolgen sowohl im Erstversicherungsmarkt als auch im Rückversicherungsmarkt Klarstellungen oder Ausschlüsse in Bezug auf die Deckung im Pandemiefall.

In der Kraftfahrtversicherung hierzulande zeichnet sich für das laufende Jahr eine Entlastung durch das zeitweise reduzierte Verkehrsaufkommen und entsprechend geringere Schäden ab. Da dies eher ein Einmaleffekt sein wird und für 2021 eine normalisierte Schadenbelastung mit unverändert steigenden Ersatzteil- und Reparaturkosten wahrscheinlich ist, haben Erst- und Rückversicherer kaum Spielraum für weitere Konditionsverbesserungen.

Wegen der anhaltenden Covid-19-Pandemie und den damit einhergehenden Belastungen sowie von den anhaltend niedrigen Zinsen rückt sowohl auf der Erst- als auch auf der Rückversicherungsseite die Profitabilität der Versicherungstechnik nachhaltig in den Vordergrund, auch um die zukünftige Risikotragfähigkeit der Branche zu erhalten. Im Zuge dessen sind laut Hannover Rück Ratenerhöhungen unumgänglich.

Die Hannover Rück geht für den 1. Januar 2021 von segmentübergreifend deutlich steigenden Preisen aus. Ebenso sind spürbare Verbesserungen der Konditionen aufgrund der Auswirkungen der Pandemie und der damit einhergehenden hohen Unsicherheiten zu erwarten.

Hannover Rück drittgrößter Rückversicherer der Welt
Die Hannover Rück ist mit einem Bruttoprämienvolumen von mehr als 22 Mrd. EUR der drittgrößte Rückversicherer der Welt. Sie betreibt alle Sparten der Schaden- und Personen-Rückversicherung und ist mit mehr als 3.000 Mitarbeitern auf allen Kontinenten vertreten. Gegründet 1966, umfasst der Hannover Rück-Konzern heute mehr als 150 Tochtergesellschaften, Niederlassungen und Repräsentanzen weltweit. Das Deutschland-Geschäft wird von der Tochtergesellschaft E+S Rück betrieben. (-el / www.bocquel-news.de)

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