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Konzepte und Kriterien

Überarbeitete Richtlinie wird für Vermittler teuer

16. Mai 2011 - Die Überarbeitung der EU-Vermittlerrichtlinie wird äußerst kritisch gesehen. Manifestiert wird das in einer MEDI-Studie. Die Rede ist von einem ernstzunehmenden Warnschuss gegen eine europäische Überregelung. Vermittlern drohen deutlich erhöhte Kosten.

SternenbannerMit dem Titel "IMD2 - Evolution oder Revolution?" ist eine aktuelle Studie versehen, in der sich der europäische Think Thank zur Versicherungsvermittlung MEDI - Monitoring European Distribution of Insurance (www.medi-site.eu) äußerst kritisch mit der von „Brüssel" geplanten Überarbeitung der EU-Vermittlerrichtlinie auseinandersetzt. Nur wenige Jahre nach der Umsetzung der ersten Richtlinie in deutsches Recht (Mai 2007) planen die europäischen Behörden eine weitgehende Neuregelung, die den rechtlichen Rahmen für die Versicherungsvermittlung in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten grundlegend verändern wird.

Henri Debruyne Harald Krauss, einer der Autoren dieser Studie, warnt eindringlich: „Es besteht die große Gefahr, dass die Versicherungsvermittler als Konsequenz der neuen Anforderungen mit deutlich erhöhten Kosten belastet werden; dies kann leicht zu einer kompletten Umstrukturierung der Vertriebsstrukturen in ganz Europa führen. Aus diesem Grund appellieren wir an alle Marktteilnehmer im Versicherungssektor, sich gemeinsam gegenüber dieser Neuregelung zu positionieren." MEDI-Präsident Henri Debruyne (Foto) fügt hinzu: „Vertriebsfragen stellen Schlüsselentscheidungen dar, die sich jedem Versicherer stellen - Vertrieb ist die strategische Frage."

Die Studie ist laut Harald Krauss so strukturiert, dass sie den für die strategischen Planungen Verantwortlichen unmittelbar ermöglicht, die grundlegenden Auswirkungen dieser neuen EU-Initiative zu beurteilen; gleichzeitig geht sie jedoch auf die einzelnen Schwerpunkte detailliert ein und enthält die nötigen weiterführenden Nachweise für eine fundierte Auseinandersetzung.

Richtlinie wird überarbeitet
Warum müssen die derzeit gültigen Rechtsvorschriften überarbeitet werden? Von Mitgliedsland zu Mitgliedsland gibt es sehr große Unterschiede bei der Anwendung der Richtlinie. Dies hat zur Aufsplitterung der Versicherungsmärkte in der EU geführt, wodurch sich erhebliche Lücken und Unstimmigkeiten ergeben haben - insbesondere im Hinblick auf die an Verkäufer von Versicherungsprodukten gestellten Informationsanforderungen.

Den Angaben zufolge beabsichtigen die Autoren der Studie "IMD2 - Evolution oder Revolution?" generell, allen Marktteilnehmern die für eine objektive Auseinandersetzung erforderlichen Informationen zur Verfügung zu stellen, um so zu einer angemessenen Neuregelung dieses Sektors beizutragen, dem auch nach Aussagen der zuständigen Politiker eine Schlüsselrolle für die europäische Wirtschaft zukomme.

Die Partner des in Paris ansässigen MEDI verfügen eigenen Angaben zufolge aufgrund langjähriger Erfahrungen über detaillierte Kenntnisse der mit der europäischen Vermittlerregelung verbundenen Problembereiche. MEDIs vollkommen unabhängige Rolle als internationale Berater auf dem Gebiet der europäischen Versicherungsvermittlung erlaubt es eigenen Angaben zufolge, auch kritische Hintergrundsinformationen einzubringen und sich auf dieser Basis die mit den geplanten Neuregelungen verbundenen Grundentscheidungen objektiv zu erörtern.

„Heißes" Thema: Interessenkonflikte
Dabei sprechen sich die Autoren für einen angemessenen Verbraucherschutz aus, legen jedoch zugleich die Konsequenzen dar, die mit den beabsichtigten Änderungen in den Bereichen berufliche Anforderungen, Auslandstätigkeit und den „heißen" Themen zu Interessenkonflikten sowie vor allem mit den Vermittlervergütung verbunden sind.

Dabei werde ir der Studie vor allem auf solche grundlegende Fragen eingegangen wie:

  • Wird die EU - nach skandinavischem „Vorbild" - das Jahrhunderte alte Provisions-System untersagen?
  • Werden Direktvertrieb, angestellter Außendienst und Vergleichsportale gleichwertigen Anforderungen wie die klassischen Vermittler unterworfen?
  • Können die Vermittler die mit der Neuregelung zwangsläufig verbundene Kostensteigerung tragen?

Diese Studie, die europaweit in fünf Sprachen veröffentlich wird, ist in elektronischem Format erhältlich und wird dem interessierten Leser auch zukünftig regelmäßige Zwischenberichte zu den Fortschritten bei der Erarbeitung der neuen Richtlinie zur Verfügung stellen. „Für die Gesamtheit der in der EU tätigen 5.000 Versicherungsgesellschaften, aber auch die Versicherungsvermittler selbst sowie alle mit dem Vertrieb von Versicherungsprodukten befassten Strukturen stellt diese Veröffentlichung im Hinblick auf ihre Unternehmensplanung eine unverzichtbare Lektüre dar", sagt Harald Krauss.

Die EU-Kommission plant eigenen Angaben zufolge die Veröffentlichung des überarbeiteten Vorschlags zur IMD2 zum Ende dieses Jahres. Dann werde es auch die Möglichkeit zur Stellungnahme geben. Zwölf Monate später - Ende 2012 - soll die IMD2 verabschiedet werden. Mit der Umsetzung in nationales Recht in allen EU-Mitgliedstaaten sei nicht vor 2015 zu rechnen.

Keine Lobbygruppierung, sondern vollkommen unabhängig
MEDI (Monitoring European Distribution of Insurance) ist ein so genannter europäischer Think Tank, der sich aus anerkannten Beratern aus einer Anzahl europäischer Länder zusammensetzt. Seinen Abonnenten stellt MEDI Informationen und Bewertungen zu Entwicklungen im Bereich der europäischen Versicherungsvermittlung zur Verfügung und führt Beratungsaufträge im Spezialgebiet durch. Dabei sei MEDI keine Lobbygruppierung, sondern vollkommen unabhängig, macht das Präsidium deutlich. Demnach verfügen MEDI-Partner über langjährige Erfahrung im Bereich Vermittlerregulierung und deren praktischer Umsetzung im Markt. (eb / www.bocquel-news.de)

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