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Konzepte und Kriterien

Schlüsselposition speziell bei Sachwerte-Investments

9. Juli 2018 - Die Verwahrstellen – so auch besonders die speziali-sierten Dienstleister im Sachwerte-Segment - sorgen für höhere Sicherheit. Was dahintersteckt und welche Schwerpunkte hier im Fokus stehen, beantwortet Ludger Wibbeke, Leiter Asset Servicing für Real Assets bei der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG.

Die zig-Milliarden an Kapitalanlagen der Versicherer verlangen nach professioneller Anlega und sogenannten Profi-Verwahrern. Versierte Verwahrstellen bieten den Versicherungsgesellschaften bei der Anlage in Immobilien und andere Real Assets die entscheidende Sachkenntnis. Juristische Kompetenz in Sachen- wie Investmentrecht über unterschiedliche Jurisdiktionen hinweg ist dabei ebenso gefragt wie eine flexible und persönliche Kundenbetreuung durch qualifiziertes Fachpersonal. „Wer seinen Custodian nur als Kostenfaktor ansieht, den es zu minimieren gilt, ist gerade im Sachwertebereich schlecht beraten“, sagt Ludger Wibbeke, Leiter Asset Servicing für Real Assets bei der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG (www.hauck-aufhaeuser.com). Für die Leser der bocquel-news stellt er heraus, worauf es ankommt.

„Spezialfonds erfreuen sich unter den Versicherern immer größerer Beliebtheit. In den vergangenen fünf Jahren ist der in Fonds investierte Anteil an den Gesamtanlagen deutscher Versicherungen merklich gestiegen. Zum Jahresende 2017 lag er bei 32,5 Prozent der Gesamt-Kapitalanlagen der Versicherer und damit um rund 6 Prozentpunkte höher als noch fünf Jahre zuvor. Das ergeben Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Besonders im Visier von Versicherern, Pensionskassen und Versorgungswerten stehen neben Produkten für die Aktien- und teilweise Rentenanlage heute spezielle Vehikel für ein Investment in Immobilien und andere Sachwerte. Schließlich bieten Immobilien- und Sachwert-Beteiligungen in Form von Alternativen Investmentfonds (AIF) einen vergleichsweise einfachen Zugang zu alternativen Anlageklassen und damit den dringend benötigten Ausweg aus dem anhaltenden Anlagenotstand.

Während Publikums- und vor allem Spezialfonds schon im Aktienbereich vielfach erste Wahl für die Versicherer sind, kommen die Assekuranzen im Sachwerte-Segment großenteils erst recht nicht an Spezial-AIF vorbei. Denn häufig fehlt es nicht nur an hauseigener Expertise in Sachen Sachwerte, sondern auch an der erforderlichen Kapitalbasis für ein Direktinvestment: Gerade kleinere Versicherungsunternehmen, Versorgungswerke und Pensionskassen können sich eine Direktbeteiligung schlicht nicht leisten. Zudem ist für einen solchen Einzelinvestor das Asset und Property Management einer Direktimmobilie sehr aufwändig und insgesamt nicht effizient darstellbar.

Neben der Notwendigkeit, das Portfolio im noch immer anhaltenden Nullzinsumfeld weiter zu diversifizieren, gibt es einen weiteren Faktor, der Versicherer verstärkt zu Fondslösungen im Immobilien- und weiteren Sachwerte-Segment greifen lässt: die Neufassung der Regulierung der Spezialfonds-Landschaft durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), die sich erstmals auch auf Sachwert-Beteiligungen auswirkt.

Die Neuregelung für Beteiligungsangebote im AIF-Mantel hat unzweifelhaft einen entscheidenden Qualitätsschub zu Folge und damit wesentlichen Anteil daran, dass Versicherungen und andere institutionelle Investoren heute die wichtigste Kundengruppe von Anbietern von AIFs für Immobilien und sonstige Sachwerte sind. Besonders die Investment KG (InvKG) konkret erfreut sich immer größerer Nachfrage.

Das KAGB-Regelwerk sorgt nämlich dafür, dass entsprechende Publikums- und Spezial-AiFs heute anders als frühere Beteiligungsangebote ebenso umfassend reguliert sind wie klassische offene Investmentfonds.

Vorschriften zur Verwahrung und Verwaltung
Besondere Bedeutung kommt den Vorschriften zur Verwahrung und Verwaltung sowie zu Kontrollmechanismen und -instanz zu, maßgeblich dem deutlich erweiterten beziehungsweise vielfach gänzlich neu eingeführten Aufgabenspektrum der Verwahrstelle.

Grundsätzlich wird die Stärkung der Rolle der Verwahrstelle und die Präzisierung ihres Aufgabenbereiches innerhalb des dem Anlegerschutz dienenden so genannten Investmentdreieck von Seiten institutioneller Investoren begrüßt, wie ihr Zuspruch zum Segment der Spezial-AIF belegen kann. Vor allem, weil sie im Sinn des genannten Anlegerschutzes die Transparenz erhöht und die Risiken senkt, ist die Verwahrstelle unumstrittener Bestandteil dieser Investmentvehikel. Auch die Funktion als finaler Qualitätssicherer in einem Transaktionsprozess zeigt, wie wichtig eine Verwahrstelle als zeitlich letzter Dienstleister in der Prozesskette ist.

Dennoch begreifen viele institutionelle Anleger die Instanz in erster Linie als Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt. Das liegt vor allem an der Präzisierung ihrer Rolle durch den Regulator selbst und dem damit klar umrissenen Umfang des geforderten Leistungsspektrums. Als Kernaufgaben sind dabei die operative Abwicklung der Fonds-Transaktionen und die Feststellung ihrer Anteilswerte sowie bestimmte weitere Kontrollfunktionen festgelegt.

Beherrscht der Service-Anbieter die sachenrechtliche Seite souverän?
Zu beachten ist hier, ob der Service-Anbieter auch die sachenrechtliche Seite souverän beherrscht. Geht es doch darum, über die Strukturierung eines Investments hinaus auch sämtliche Unterlagen wie Verträge, Gutachten oder Registerauszüge auf Nebenabsprachen, Kleingedrucktes oder andere normabweichende Aspekte zu prüfen, die sich nachteilig auf die Situation des Anlegers auswirken könnten. Ferner ist die Verwahrstelle angehalten, sich eine Meinung darüber zu bilden, ob Verträge und Fondsstrukturen den rechtlichen Rahmenbedingungen – sprich den umfangreichen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben – entsprechen. Ob also alle vom betreffenden AIF eingegangenen Verträge hinsichtlich Gewährleistung und Haftung erfüllt werden und in ihren Gesamtbedingungen den beim Kauf und der Finanzierung marktüblichen Konditionen entsprechen.

Damit hat die Verwahrstelle gerade im Bereich der Sachwerte-Investments eine wichtige Schlüsselposition inne. Bei der Wahl eines Verwahrstellen-Dienstleisters gilt es mithin insbesondere, neben der souveränen Handhabung der ihm zugeteilten Kernaufgaben auch eine nachweisliche Kompetenz im anvisierten Sachwerte-Segment sowie eine entsprechende Kundenorientierung zu verlangen.

Dabei wird in aller Regel nur eine partnerschaftliche Beziehung der beteiligten Akteure auf Augenhöhe geeignet sein, im Bereich alternativer Investments Ergebnisse zu erzielen, die den Erwartungen gerecht werden.“ (Autor: Ludger Wibbeke)

Ludger Wibbeke ist Leiter Real Assets bei Hauck & Aufhäuser Asset Servicing. Der Rechtsanwalt ist Spezialist für die Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD) und deren Implementierung in das deutsche Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und verantwortet die Betreuung von Kapitalverwaltungsgesellschaften, Asset Managern und institutionellen Investoren für Alternative Investment-Fondslösungen in Deutschland und Luxemburg.

Hauck & Aufhäuser zählt in diesem Geschäftsfeld eigenen Angaben zufolge zu den führenden Anbietern und zeichnet sich besonders durch die sehr aktive und fachlich fokussierte Betreuung der Fondskunden aus. Hauck & Aufhäuser veröffentlicht regelmäßig zu aufsichtsrechtlichen Themen. (-el / www.bocquel-news.de)

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