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Munich Re auf Kurs - mit Gewinnziel in Reichweite

9. August 2018 - Die Strategie der Munich Re Gruppe scheint aufzugehen. Die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2018 machten deutlich: Die Munich Re präsentiert sich „profitabler, digitaler und schlanker“. Der Gewinn stieg um mehr als 20 Prozent. Auch beim geplanten Stellenabbau sei man auf der Zielgerade, hieß es gestern.

Mit einem Halbjahresgewinn von 1,6 Milliarden Euro liegen wir sehr gut auf Kurs, um unser Gewinnziel von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr zu erreichen. Fortschritte erzielten wir auch in der Umsetzung unserer Strategie: Munich Re wird profitabler, digitaler und schlanker“, sagte Joachim Wenning, Vorsitzender des Vorstands gestern bei der Medientelefon-Konferenz des weltweit größten Rückversicherer und der gesamten Munich Re Gruppe (www.munichre.com).

Auf den Punkt gebracht, präsentierten sich die Munich-Re-Kennzahlen des 1. Halbjahres 2018 wie folgt (siehe auch nebenstehende Munich-Re-Grafik - zum Vergrößern bitte anklicken):

  • Q2 Ergebnis mit 728 (733) Millionen Euro auf Vorjahresniveau – trotz hoher von Menschen verursachter Großschäden.
  • Im ersten Halbjahr (Q1-2) stieg der Gewinn um 20,5 Prozent auf 1,555 (1,290) Milliarden Euro.
  • Der Erstversicherer im Konzern, die Ergo Versicherungsgruppe (www.ergo.com) trägt mit 108 Millionen Euro zum Q2 Ergebnis und mit 185 Millionen Euro zum Halbjahresergebnis bei.
  • Nach guter Entwicklung wird für die Ergo International eine Schaden-Kosten-Quote von 96 Prozent statt bisher 97 Prozent erwartet.
  • Rückversicherung Leben/Gesundheit mit sehr gutem versicherungstechnischem Ergebnis von 176 Millionen Euro im 2. Quartal.
  • Die Vertragserneuerungsrunde zum 1. Juli brachte erneut leicht steigende Preise (+0,9 Prozent) sowie eine deutliche Ausweitung des Geschäfts auf rund 3,3 Milliarden Euro (+42 Prozent).

Das operative Ergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 997 (1.156) Millionen Euro. Das sonstige nicht operative Ergebnis verbesserte sich auf minus 151 (minus 264) Millionen Euro; davon entfielen auf das Währungsergebnis 41 (minus 162) Millionen Euro. Der Ertragssteueraufwand betrug minus 68 (minus 108) Millionen Euro. Das Eigenkapital lag mit 26,899 Milliarden Euro unter dem Niveau zu Jahresbeginn (28,198 Milliarden Euro), da das gute Halbjahresergebnis und positive Währungseffekte durch die Dividendenzahlung, Aktienrückkaufe und durch den kapitalmarktbedingten Rückgang der unrealisierten Gewinne überkompensiert wurden.

Die gebuchten Bruttobeiträge sanken um 5,2 Prozent auf 11,188 (11,800) Milliarden Euro. Bei unveränderten Wechselkursen wäre das Beitragsvolumen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,2 Prozent gefallen.

Annualisiert lag die risikoadjustierte Eigenkapitalrendite (RoRaC) im 2. Quartal bei 11,6 Prozent; auf das gesamte Eigenkapital wurde eine Rendite (RoE) von 10,8 Prozent verdient. Annualisiert lag die risikoadjustierte Eigenkapitalrendite (RoRaC) in den ersten sechs Monaten bei 12,4 Prozent; auf das gesamte Eigenkapital wurde eine Rendite (RoE) von 11,3 Prozent verdient. Die Solvenz-Quote lag zum Ende des 2. Quartals mit rund 250 Prozent über dem Niveau zu Jahresbeginn (244 Prozent).

„Deutlich zu gering“ hieß es bislang bei der Munich Re (www.munichre.com), wenn es um die Preisgestaltung in der Schaden- und Unfallrückversicherung ging. Jetzt brachte die Vertragserneuerungsrunde zum 1. Juli erneut leicht steigende Preise (+0,9 Prozent) sowie eine deutliche Ausweitung des Geschäfts auf rund 3,3 Milliarden Euro (+42 Prozent). Das Plus stammt aus Australien und dem profitablen Geschäftsausbau mit Rückversicherungs-Quoten in den USA. Das Geschäft läuft. „Inklusive Zinseffekt haben wir eine ökonomische Preissteigerung um 2,1 Prozent“, erklärte Finanz-Vorstand Jörg Schneider, der gestern gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Joachim Wenning die Halbjahreszahlen des Konzerns präsentierte.

In der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Juli ging es um Verträge mit einem Prämienvolumen von 2,3 Milliarden Euro. Wie Jörg Schneider berichtete, hatte die Munich Re danach 3,3 Milliarden Euro in den Büchern. So gab es nennenswerte Erhöhungen im Naturkatastrophengeschäft in Lateinamerika und der Karibik; geringer fiel der Preisanstieg für das Geschäft auf dem US-Markt aus. Schneider berichtete außerdem von „attraktiven proportionalen Geschäftsmöglichkeiten in den USA“ und einem erfolgreich abgeschlossenen Großvertrag in Australien.

Das Gewinnziel von 2,1 Milliarden Euro bis 2,5 Milliarden Euro will die Munich Re nicht anheben. „Wir haben uns dagegen entschieden“, sagte Konzern-Chef Wenning. Man habe die traditionell schwierigeren Zeiten in der zweiten Jahreshälfte mit ins Kalkül gezogen. Man habe jetzt aber „den oberen Bereich der geplanten Gewinnspanne“ im Fokus hieß es gestern. Unproblematisch, denn im Falle eines Falles könnten Reserven aufgelöst werden, um das Ziel zu realisieren.

Beim Stellenabbau bereits mehr Freiwillige als geplant
Zur Sprache kam auch der Stellenabbau, den die Munich Re in München und den USA vornimmt (bocquel-news 19. März 2018 Vom Gewinneinbruch zum Milliarden-Euro-Gewinn). Zum ersten Mal seit Jahren ist in dem 138 Jahre alten Unternehmen von Stellenstreichungen die Rede. Joachim Wenning bestätigte, dass von den insgesamt geplanten 900 Stellenstreichungen circa 450 auf die Konzernzentrale in München fallen. Man setze dabei vor allem auch auf die „natürliche Fluktuation“ durch Vorruhestand und Jobwechsler. Dazu war auch ein Freiwilligen-Programm aufgelegt worden, das Ende August ausläuft, bisher aber schon mehr bewirkte als gedacht. Innerhalb dieses mit 116 Millionen Euro angesetzten Programms wollte man sich von 225 Mitarbeiter*innen trennen, doch inzwischen wollen bereits 300 davon Gebrauch machen.

„Die übrigen Erwartungen für 2018 haben sich im Vergleich zu den Angaben des im Mai veröffentlichten Quartalsberichts Q1 2018 nicht verändert“, sagte Jörg Schneider, der gestern auch zum letzten Mal als Finanz-Chef das Wort an die Journalisten richtete. Wie bereits mitgeteilt wird er Ende des Jahres auf eigenen Wunsch mit Vollendung des 60. Lebensjahres die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München verlassen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2018 rechnet die Munich Re übrigens weiterhin mit gebuchten Bruttobeiträgen zwischen 46 und 49 Milliarden Euro und strebt unverändert ein Konzernergebnis in einer Spanne von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro an. (-el / www.bocquel-news.de)

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