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Lebensversicherung - jetzt ein Alters-Sorge-Produkt?

9. August 2018 - Die Banken haben ihr Waterloo durch die Finanzkrise 2009 hinter sich. Den Lebensversicherern steht es erst noch bevor, meint Jörg Wiechmann vom Itzehoer Aktien Club (IAC). Das Schlimme dabei: „Viele Kunden haben es offenbar noch gar nicht bemerkt." Warum nicht einmal auf Aktien der Versicherer setzen?

Die Lebensversicherung – ein Altersvorsorge-Produkt oder vielmehr ein Alters-Sorge-Produkt? Die Prognosen für die Lebensversicherer hierzulande sind in der Tat nicht gerade rosig. Und trotzdem stehen die LV-Unternehmen vor erst noch ganz passabel da, wie unter anderem die Veröffentlichungen zu ihren Solva-Quoten zeigen (bocquel-news 23. Juli 2018 Viele Solvency-II-Quoten haben sich 2017 verbessert).

Es gebe einen simplen Grund, warum die Versicherer bisher weitgehend ungeschoren geblieben seien durch Finanzkrise und Niedrigzins-Phase, sagt Jörg Wiechmann, Geschäftsführer des IAC Itzehoer Aktien Clubs (www.iac.de). Er zielt mit seiner Aussage auf die Verbindlichkeiten der Lebensversicherer, die wegen der Laufzeit der Verträge langfristig seien. „Doch die Versicherer werden ebenso hart getroffen, nur eben schleichend und um einige Jahre zeitverzögert", betont Wiechmann.

Nicht umsonst habe die Finanzaufsicht BaFin (www.bafin.de) bereits 34 der 87 deutschen Anbieter unter verschärfte Kontrolle genommen. Garantiezinsen von 4 Prozent für Altkunden vertrügen sich eben nicht mit null Prozent Zinsen am Kapitalmarkt. Dass der Garantiezins für Neuverträge nur noch 0,9 Prozent betrage, mache sie für Kunden unattraktiv, betont Wiemann. Und dazu die Inflation von aktuell rund 2 Prozent: „Das tut ein Übriges, um die langlaufenden Altersvorsorge-Verträge zu einem wahren Alters-Sorge-Produkt zu machen", sagt der IAC-Geschäftsführer.

Was bei den Banken auf dem Weg aus der Krise die „Bad Banks" waren, sei bei den Versicherern der „Run-Off", ist Jörg Wiechmanns Behauptung. Er zielt darauf ab, dass bereits einige Assekuranzen ihr gesamtes Geschäft mit Lebensversicherungen und mit ihm die Kunden verkauft haben. Wiechmann macht keinen Hehl daraus, dass die Unternehmen jüngst vom Bundesgerichtshof Hilfe bekamen - mit einer Entscheidung zur Aufteilung der 132 Milliarden Euro schweren Bewertungsreserven: „Die Versicherer dürfen ihre Altkunden ganz legal enteignen", stellt Wiechmann fest. „Wer jahrzehntelang eisern seine Lebensversicherung bespart hat, ist also nun der Dumme."

Aber: Die Aktien der Versicherer mache das durchaus interessant. Doch darauf verzichtet der Itzehoer Aktien Club. Man habe gerade die letzte Finanzaktie aus dem IAC-Depot geworfen, so der Geschäftsführer. Und weiter: „Auch wenn Banken und Versicherer am Ende ihre selbstverschuldeten Verluste nicht selbst tragen müssen, langfristig zahlen sie dafür in einer viel härteren Währung: mit dem verlorenen Vertrauen der Kunden." (-el / www.bocquel-news.de)

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