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Generali sucht weiter nach Käufern für LV-Bestände

5. März 2018 - Die Generali in Deutschland hat in der vergangenen Woche die Gespräche wieder aufgenommen, um den Bestand von 4 Millionen Lebensversicherungs-Verträgen zu veräußern. Nach Informationen des Versicherungsmonitors und der Süddeutschen Zeitung machten Frankfurter Leben, Viridium und Athene bereits Angebote.

Die Suche nach einem Käufer für die Altbestände der Generali Lebensversicherung dauert. Die Generali in Deutschland (www.generali.de) möchte 4 Millionen klassische Lebensversicherungs-Verträge in den Run-off schicken. Das Thema Run-off, in diesem Fall die Veräußerung geschlossener Versicherungsbestände an Dritte, ist schon länger ins Gerede gekommen. „Die Diskussion (um den Run-off) leidet generell darunter, dass sie unsachlich geführt wird“, sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler schon im Januar. Er ergänzte, dass es in den meisten Fällen einer Bestandsübertragung nicht um den Verkauf von Kunden oder Verträgen sondern eines Unternehmens gehe. Das sei kein ungewöhnlicher Vorgang. Aber generell handele es sich beim Run-off bei den Käufern stets um Versicherungsunternehmen, die sich an die einschlägigen gesetzlichen Regeln halten müssen, sagte Weiler. Der GDV werde mit der Politik im Austausch bleiben, um die Missverständnisse um den Begriff Run-off auszuräumen.

Ende vergangenen Jahres sorgte die kritische Run-off-Debatte in der Öffentlichkeit für große Verunsicherung. Damals hatte neben der Generali auch die Ergo Versicherungsgruppe (www.ergo.de) Pläne, ihre Töchter Ergo Leben und Victoria Leben zu veräußern. Zwischenzeitlich hat die Ergo ein anderes Konzept in die Wege geleitet (siehe bocquel-news vom 26. Februar 2018 Migration statt Run-off - Joint Venture löst Problem). Die Generali hatte die Run-off-Verhandlungen lediglich ausgesetzt und jetzt wieder aufgenommen. Das berichten jetzt die Nachrichtenagentur Bloomberg, Süddeutsche Zeitung und Versicherungsmonitor.

Für die Generali Lebenbestände in Deutschland sei der Run-off nach wie vor eine Option, hatte Generali Deutschland-Chef Giovanni Liverani im Interview mit dem Versicherungsmonitor und der Süddeutschen Zeitung gesagt: „Wir können die Bestände intern selbst verwalten oder dies extern tun, indem wir mit einer professionellen Plattform zusammenarbeiten, die das Kapital und die Expertise zur Erfüllung der Portfoliogarantien bietet. Wir diskutieren diese Alternativen und werden eine Entscheidung im besten Interesse unserer Kunden, unserer Vertriebspartner und unserer Aktionäre treffen.“

Die Eigenabwicklung der LV-Verträge würde sehr viel Kapital und Managementkapazität der Generali binden, weshalb man den Bestandsverkauf an Dritte vorziehe.

Letztendlich geht es um viel Geld. Das Eigenkapital der Generali Lebensversicherung wird mit 550 Millionen Euro beziffert. Den Angaben zufolge hat die Generali Gruppe dem Lebensversicherer nachrangige Darlehen in Höhe von 880 Millionen Euro gewährt, die aus regulatorischer Sicht ebenfalls als Eigenmittel zählen. Nach Insiderkreisen sei nun fraglich, ob ein möglicher Käufer nur das Eigenkapital übernimmt oder auch das Nachrangdarlehen, was die Generali offensichtlich bevorzuge. Laut Versicherungsmonitor wird entscheidend sein, welchen Preis die möglichen Käufer bereit sind zu zahlen. Im Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg ist von 1 Milliarde US-Dollar (entspricht circa 819 Millionen Euro) die Rede. Es sei jedoch nicht klar, ob es sich die Summe nur auf das Eigenkapital oder auf das Eigenkapital plus Nachrangdarlehen beziehe.

Die Debatte um das Thema Run-off ist noch längst nicht ausgestanden. Im BaFin-Journal vom Februar schrieb die deutsche Aufsichtsbehörde, dass ein externer Run-off nicht per se schlecht für die Kunden sein muss. Im Gegenteil, denn sie könnten sogar davon profitieren. Laut BaFin kommen Effizienzgewinne aus der Bestandsverwaltung und der Kapitalanlage zu einem großen Teil den Kunden zugute. (-el / www.bocquel-news.de)

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